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 Plastikfasten: Ein Schulprojekt mit nachhaltigen Effekten

 

Auftakt der Bredeneeker Gespräche: Wie junge Preetzer Bürger und Stadtverwaltung zum Umdenken bewegen konnten

Lehmkuhlen. „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“ lautet in diesem Jahr das Motto der Bredeneeker Gespräche im Schloss Bredeneek. Gleich zum Auftakt der Reihe am Montagabend konnten Schüler des Preetzer Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG) von einem erfolgreichen Projekt berichten.

Denn mit ihrem Projekt „Plastikfasten“ haben die Jugendlichen des FSG im zurückliegenden Jahr nicht nur, wie berichtet, den ersten Platz beim Landeswettbewerb „Unsere Schule ist wertvoll“ gewonnen. Vielmehr konnten sie mit ihrem Engagement bei vielen Preetzer Bürgern, in der eigenen Schule, bei der Stadtverwaltung sowie bei zahlreichen Geschäftsleuten dafür sorgen, dass Plastikmüll bewusst vermieden wird.

Anna-Laura Maas, Victoria von Donner und Oskar Kroglowski stellten zu Beginn der Gesprächsrunde die einzelnen Etappen des Projektes Plastikfasten vor, das sie gemeinsam mit Vertretern des Institutes für Vernetztes Denken Bredeneek (IfVD) entwickelt hatten. Einige der wichtigsten Kriterien dabei: Das Projekt sollte regional geprägt sein, sichtbare Aktionen in und mit der Öffentlichkeit beinhalten und auch für andere Kommunen, Schulen oder sonstige Institutionen praktikabel sein.

An Ideen mangelte es den Gymnasiasten nicht und so gestalteten sie im März des zurückliegenden Jahres eine Projektwoche zur Vermeidung von Plastikmüll mit teilweise beachtlichen, bis heute anhaltenden Effekten. „Dazu gehört beispielsweise, dass die Stadtverwaltung nicht zuletzt auf unsere Anregungen hin eine Satzung erlassen hat, bei der es im Kern darum geht, auf dem Preetzer Marktplatz an Markttagen und bei Veranstaltungen kein Einweggeschirr aus Plastik zu verwenden und auf Kunststoffverpackungen und -tüten möglichst zu verzichten“, berichtete Oskar Kroglowski. Auch im Edeka-Markt sowie in anderen Preetzer Geschäften würden Plastikverpackungen reduziert, und in der schuleigenen Cafeteria gebe es seitdem Stoffbeutel statt Plastiktüten sowie Mehrwegflaschen. Eine Bücher- sowie eine Kleidertauschbörse haben die Jugendlichen ebenso angeschoben wie das Sammeln alter Handys fürs Recycling.

Ein Veranstaltungsteilnehmer berichtete davon, dass das FSG-Projekt bereits Nachahmer an anderen Schulen sowie in der Stadt Plön gefunden habe. Auch um Antworten auf Fragen der Gesprächsteilnehmer, wie das Projekt weitergeführt und noch mehr Mitstreiter gewinnen könne, waren die Schüler nicht verlegen. So engagieren sie sich unter anderem dafür, dass Ökologie als Wahlpflichtkurs etabliert wird, es in der Schülervertretung einen Umweltsprecher gibt, ein Nachhaltigkeitsprojekt im 11. Jahrgang zur Pflicht wird und es in der Schule nur noch nachhaltig produzierten Kaffee geben soll.

Jan-Hendrik Koch erzählte davon, wie sich das Schulprojekt auf das eigene Bewusstsein und auch auf den Alltag in der Familie ausgewirkt habe. „Wir achten jetzt sehr viel mehr darauf, möglichst plastikfrei und regional einzukaufen und für kürzere Strecken lieber das Fahrrad statt das Auto zu nehmen.“

„Ein rundum wirklich toller Erfolg. Die Schüler haben damit genau das Ziel des landesweiten Projekts ‚Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft’ erfüllt, an dem sich insgesamt 2400 Schüler aus 48 Schulen beteiligen“, lobte Hans-Werner Hansen vom IfVD.

Bei den nächsten Bredeneeker Gesprächen am Montag, 30. März, stellen Schüler der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule Preetz ihr Projekt „Theos Wiese“ vor. Mehr Veranstaltungen und Infos auf: www.buergerschloss-bredeneek.de



Quellenangabe: Ostholsteiner Zeitung vom 26.02.2020, Seite 25






Von Annegret Möller