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Landesverordnung über die Gestaltung der Oberstufe und der Abiturprüfung in den

(OAPVO)

Vom 2. Oktober 2007

Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 01.08.2010 bis 31.07.2013

Stand: letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert, Anlagen 1 bis 6.1 neu gefasst durch

Artikel 1 (Verordnung v. 14.06.2010, NBl.MBK.Schl.-H. S. 160)

*)

Fußnoten

*)

[Gemäß Artikel 2 § 1 der Landesverordnung vom 14.06.2010 (NBl. MBK. S. 160) gelten

folgende Übergangsbestimmungen:

Diese Verordnung findet für Schülerinnen und Schüler, die sich im Schuljahr 2010/11 in der

Jahrgangsstufe 12 und 13 befinden, keine Anwendung. Auf Antrag findet abweichend hiervon

auch für diese Schülerinnen und Schüler Artikel 1 Nr. 8 bis 21 sowie 23 Anwendung. Die

Schülerin oder der Schüler ist rechtzeitig über die Möglichkeit und die Folgen der

Antragstellung zu beraten.]

Inhaltsübersicht

Abschnitt I

Unterricht in der Oberstufe

§ 1 Gliederung der Oberstufe

§ 2 Eintritt in die Oberstufe, Verweildauer, Überspringen, Versetzung, Aufstieg und Rücktritt in

der Oberstufe

§ 3 Fächer, Aufgabenfelder, Umfang und Anforderungsniveaus

§ 4 Profile

§ 5 Verstärkungsstunden

§ 6 Verpflichtender Unterricht

§ 7 Leistungsbewertung und Versäumnis

Abschnitt II

Abiturprüfung

§ 8 Abiturprüfungsfächer

§ 9 Abiturprüfungskommission

§ 10 Prüfungstermine, Meldung zur Abiturprüfung und Rücktritt

Unterabschnitt 1

Schriftliche Abiturprüfung in den Kernfächern und dem Profil gebenden Fach

§ 11 Verfahren

§ 12 Bewertung

Unterabschnitt 2

Mündliche und weitere Abiturprüfungen

§ 13 Zulassung

§ 14 Wahl zusätzlicher mündlicher Prüfungsfächer

§ 15 Fachausschuss

§ 16 Verfahren

§ 17 Präsentation

§ 18 Besondere Lernleistung

Unterabschnitt 3

Ergebnis der Abiturprüfung

§ 19 Bestehen und Nichtbestehen

§ 20 Ermittlung der Gesamtqualifikation

Unterabschnitt 4

Gemeinsame Bestimmungen

§ 21 Besondere Vorkommnisse

§ 22 Niederschriften

§ 23 Erwerb der Fachhochschulreife( schulischer Teil)

§ 24 Anlagen

Abschnitt III

Übergangs- und Schlussbestimmungen

§ 25 Übergangs- und Schlussbestimmungen

Aufgrund des § 16 Abs. 1 Satz 2, § 18 Abs. 3 Satz 3 und des § 126 Abs. 3 des Schulgesetzes

(SchulG) vom 24. Januar 2007 (GVOBl. Schl.-H. S. 39, ber. S. 276) verordnet das Ministerium

für Bildung und Frauen die folgenden §§ 1, 2 Abs. 1, 2 und 5, §§ 3 bis 6, § 7 Abs. 1 bis 7, §§ 8

bis 25 Abs. 2; aufgrund des § 126 Abs. 1 SchulG verordnet die Landesregierung den folgenden

§ 2 Abs. 3, 4, 6 und 7, den § 7 Abs. 8, § 10 Abs. 3 sowie § 25 Abs. 1 und 3:

Abschnitt I

Unterricht in der Oberstufe

§ 1

Gliederung der Oberstufe

Die gymnasiale Oberstufe gliedert sich in eine Einführungsphase und eine Qualifikationsphase.

Die Einführungsphase umfasst zwei, die Qualifikationsphase vier Schulhalbjahre. Im

achtjährigen Bildungsgang umfasst die Oberstufe die Jahrgangsstufen 10 bis 12, im

neunjährigen Bildungsgang die Jahrgangsstufen 11 bis 13.

§ 2

Eintritt in die Oberstufe, Überspringen, Versetzung,

Aufstieg und Rücktritt in der Oberstufe

(1) Zum Besuch der gymnasialen Oberstufe sind berechtigt

1.

Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein in die Oberstufe versetzt worden sind;

Schülerinnen und Schüler, die an einem Gymnasium oder an einer

2.

der Schulartverordnungen der allgemein bildenden Schulen zum Besuch der

gymnasialen Oberstufe berechtigt;

Schülerinnen und Schüler mit einem Realschulabschluss, der nach den Anforderungen

3.

Auslandsschule die Berechtigung für den Eintritt in die gymnasiale Oberstufe erworben

haben.

(2) Darüber hinaus kann in die gymnasiale Oberstufe aufgenommen werden, wer den

Realschulabschluss erworben hat, der die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 nicht

erfüllt, bei dem aber in den Fächern der Stundentafel ein Notendurchschnitt von besser als 3,0

erzielt wurde. Bei beschränkten Aufnahmemöglichkeiten ist für die Auswahl unter

Bewerberinnen und Bewerbern nach Satz 1 auf den erzielten Notendurchschnitt abzustellen.

(3) Über die Aufnahme entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter. Ein Anspruch auf

Aufnahme in die gymnasiale Oberstufe eines bestimmten Gymnasiums oder einer bestimmten

Gemeinschaftsschule besteht nicht.

(4) Nach Rückkehr aus einem Auslandsaufenthalt wird die Schullaufbahn in der Jahrgangsstufe

fortgesetzt, in der der Auslandsaufenthalt begonnen wurde. Hiervon abweichend können

Schülerinnen und Schüler, die in einem anderen Bundesland oder an einer Deutschen

1.

Rahmen eines mindestens halbjährigen, höchstens einjährigen Schulbesuchs im

Ausland beurlaubt wurden, nach Rückkehr einen Antrag auf Überspringen eines

Schulhalbjahres der Einführungszeit oder der gesamten Einführungszeit stellen;

besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler, die in der Einführungsphase im

2.

eines mindestens halbjährigen Schulbesuchs im Ausland beurlaubt wurden, auf Antrag

Ergebnisse aus der Einführungsphase auf die für die Qualifikationsphase geregelten

Verpflichtungen angerechnet werden, bei halbjährigem Aufenthalt nur die Ergebnisse

aus dem zweiten Halbjahr der Einführungszeit.

Über die Anträge entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter. Ausländische

Leistungsnachweise können bei der Berechnung der Gesamtqualifikation (§ 20) nicht

übernommen werden.

(5) Die Versetzungskonferenz überprüft im achtjährigen Bildungsgang zum Abschluss der

neunten Jahrgangsstufe und im neunjährigen Bildungsgang zum Abschluss der zehnten

Jahrgangsstufe, ob einer Schülerin oder einem Schüler das Überspringen der

Einführungsphase empfohlen werden kann. Über die Annahme der Empfehlung entscheiden die

Eltern.

(6) Die Versetzung in die Qualifikationsphase erfolgt durch Beschluss der Klassenkonferenz am

Ende der Einführungsphase. Versetzt werden alle Schülerinnen und Schüler, deren Leistungen

in allen Fächern mindestens ausreichend sind. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, kann die

Klassenkonferenz den Aufstieg beschließen, wenn die Schülerin oder der Schüler eine

erfolgreiche Mitarbeit in der Qualifikationsphase erwarten lässt.

(7) Innerhalb der Qualifikationsphase erfolgt der Aufstieg, sofern erwartet werden kann, dass die

Schülerin oder der Schüler die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Abiturprüfung

innerhalb der zulässigen Verweildauer erfüllen kann. Die Schule überprüft ab dem ersten

Schulhalbjahr der Qualifikationsphase regelmäßig die Leistungen daraufhin, ob eine Zulassung

zur Abiturprüfung bei dem gegebenen Leistungsstand möglich ist. Ist dies nicht der Fall, ist die

Schülerin oder der Schüler über den weiteren Bildungsweg zu beraten.

(8) Eine Schülerin oder ein Schüler kann auf Antrag der Eltern oder bei Volljährigkeit auf

eigenen Antrag am Ende der Einführungsphase oder nach dem ersten bis dritten Schulhalbjahr

der Qualifikationsphase freiwillig um ein Schuljahr zurücktreten, sofern dadurch die zulässige

Verweildauer nach § 18 Abs. 4 SchulG nicht überschritten wird. Im Falle der Wiederholung

gelten die Noten des Wiederholungsjahres. Eine Jahrgangsstufe kann nur einmal wiederholt

werden.

Schülerinnen und Schülern, die im ersten Jahr der Qualifikationsphase im Rahmen

§ 3

Fächer, Aufgabenfelder, Umfang und

Anforderungsniveaus

(1) Folgende Fächer, die jeweils einem Aufgabenfeld zugeordnet sind, werden in der Oberstufe

unterrichtet:

1.

künstlerischen Aufgabenfeld;

Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik und Darstellendes Spiel im sprachlichliterarisch-

2.

gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld;

Geschichte, Geographie, Wirtschaft/Politik, Religion und Philosophie im

3.

Aufgabenfeld.

Sport (einschließlich Sporttheorie) ist keinem der drei Aufgabenfelder zugeordnet. Mit

Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde können Schulen bei Vorliegen besonderer

Voraussetzungen weitere Fächer in das Angebot aufnehmen.

(2) Kernfächer sind die Fächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache, in der die

Schülerin oder der Schüler im achtjährigen Bildungsgang mindestens seit Jahrgangsstufe 8 und

im neunjährigen Bildungsgang seit Jahrgangsstufe 9 unterrichtet worden ist.

(3) Die Kernfächer und das Profil gebende Fach werden in der Einführungsphase zur

Hinführung auf das erhöhte Niveau dreistündig und in der Qualifikationsphase auf erhöhtem

Niveau vierstündig unterrichtet. Dabei wird ein vertieftes Verständnis vermittelt, das in die

wissenschaftliche Arbeitsweise einführt. Die weiteren Fremdsprachen, die Naturwissenschaften

und das Fach Informatik werden in der Einführungs- und Qualifikationsphase dreistündig auf

grundlegendem Niveau unterrichtet. Eine neu beginnende Fremdsprache wird in der

Einführungs- und Qualifikationsphase vierstündig auf grundlegendem Niveau unterrichtet. In

allen anderen Fächern wird in der Einführungs- und Qualifikationsphase zweistündiger

Unterricht auf grundlegendem Niveau erteilt und es werden entsprechende inhaltliche und

methodische Kenntnisse sowie Einsichten in die wichtigsten Fragen des jeweiligen Fachs

vermittelt.

Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Informatik im mathematischnaturwissenschaftlichen

§ 4

Profile

(1) Die Schulleiterin oder der Schulleiter legt im Rahmen der von der Schulkonferenz nach § 63

Abs. 1 Nr. 2 und 3 SchulG beschlossenen Grundsätze die Profile fest. Jede Schule richtet

grundsätzlich mindestens ein sprachliches und ein naturwissenschaftliches Profil ein.

Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde.

(2) Als weitere Profile können das gesellschaftswissenschaftliche, das ästhetische und das

sportliche Profil angeboten werden. Die Einrichtung eines sportlichen Profils bedarf besonderer

sächlicher und personeller Voraussetzungen und einer Genehmigung durch die

Schulaufsichtsbehörde.

(3) Abweichend von Absatz 1 Satz 2 können sich benachbarte gymnasiale Oberstufen bei der

Zusammenstellung der Profile abstimmen. Daraus folgende Profilbildungen bedürfen der

Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde.

(4) Ein Profil hat eine gemeinsame thematische Ausrichtung mit einer festgelegten

Fächerkombination, bei der die Fächer verbindend unterrichtet werden. Zu einem Profil gehören

mindestens drei Profilfächer. Diese sind:

1.

dieses kann mit Ausnahme der Kernfächer jedes als Abiturprüfungsfach zugelassene

Fach sein, das auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet werden kann.

das Profil gebende Fach, das auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet wird;

2.

Die gemeinsame thematische Ausrichtung und die Profil ergänzenden Fächer werden von der

Schule im Rahmen der von der Schulkonferenz nach § 63 Abs. 1 Nr. 2 und 3 SchulG

beschlossenen Grundsätze mindestens für ein Schulhalbjahr festgelegt.

(5) Im Rahmen des Profils kann zusätzlich ein Seminar aus den Verstärkungsstunden (§ 5)

angeboten werden. Im Seminar stehen fachübergreifende und Fächer verbindende

Themenstellungen sowie die Einübung verschiedener Methoden im Vordergrund. Im Unterricht

sind unterschiedliche Arbeitsformen sowie Verfahren der Präsentation und der Erörterung von

Ergebnissen anzuwenden. Das Seminar wird einem Aufgabenfeld zugeordnet.

(6) Mit dem Eintritt in die Einführungsphase wählen die Schülerinnen und Schüler ein Profil aus

dem Angebot der Schule. Ein Wechsel des Profils ist zum Beginn des zweiten Halbjahres der

Einführungsphase möglich. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Profil besteht nicht.

mindestens zwei das Profil ergänzende Fächer auf grundlegendem Niveau.

§ 5

Verstärkungsstunden

Zur Erweiterung des Profils oder des Fächerangebots wird in den beiden Jahren der

Qualifikationsphase jeweils eine zusätzliche Unterrichtsstunde oder es werden in einem Jahr

der Qualifikationsphase zwei zusätzliche Unterrichtsstunden eingesetzt. Diese werden

verwendet für:

1.

die Errichtung eines Seminars oder

2.

ein Fach, das nicht im jeweiligen Profil der Schule unterrichtet wird, oder

3.

die Aufstockung eines zweistündig unterrichteten Faches.

§ 6

Verpflichtender Unterricht

(1) Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe umfasst insgesamt mindestens 97

Wochenstunden. Davon werden im zweiten Jahr der Qualifikationsphase mindestens 30

Stunden erteilt. Der Unterricht soll im Klassenverband stattfinden. Hiervon abweichend können

aus pädagogischen oder organisatorischen Gründen für den Unterricht in bestimmten Fächern

Lerngruppen gebildet werden; dabei ist sicherzustellen, dass der Unterricht in den das Profil

bildenden Fächern gemäß § 4 Abs. 4 jeweils in einer Lerngruppe derjenigen Schülerinnen und

Schüler stattfindet, die dieses Profil gemäß § 4 Abs. 6 gewählt haben.

(2) Jede Schülerin und jeder Schüler erhält Unterricht:

1.

sowie in den Fächern Geschichte und Sport;

in der Einführungs- und in der Qualifikationsphase in den Kernfächern (§ 3 Abs. 2)

2.

mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld, in einer weiteren Fremdsprache

auf grundlegendem Niveau, in einem der Fächer Kunst, Musik oder Darstellendes Spiel

sowie in den Fächern Geografie, Wirtschaft/Politik und Religion oder Philosophie;

in der Einführungsphase zusätzlich zu Nummer 1 in zwei Fächern aus dem

3.

Fächern oder in einem naturwissenschaftlichem Fach und einer fortgeführten

Fremdsprache, in zwei der Fächer Wirtschaft/Politik, Geografie und Religion oder

Philosophie; in zwei Schulhalbjahren muss Religion oder Philosophie unterrichtet

werden; eine auf grundlegendem Niveau unterrichtete Naturwissenschaft kann durch

Informatik ersetzt werden, wenn dieses Fach bereits in der Einführungsphase

unterrichtet wurde und ein weiteres naturwissenschaftliches Fach unterrichtet wird;

in der Qualifikationsphase zusätzlich zu Nummer 1 in zwei naturwissenschaftlichen

4.

Kunst, Musik oder Darstellendes Spiel.

(3) Schülerinnen und Schüler erhalten

im ersten Jahr der Qualifikationsphase zusätzlich zu Nummer 1 in einem der Fächer

1.

Fremdsprachen,

im sprachlichen Profil in der Einführungs- und Qualifikationsphase Unterricht in drei

2.

dem Kernfach Mathematik Unterricht in drei Fächern aus dem mathematischnaturwissenschaftlichen

Aufgabenfeld,

im naturwissenschaftlichen Profil in der Einführungs- und Qualifikationsphase neben

3.

gebenden Fach jeweils dreistündigen Unterricht in zwei weiteren Fächern des

gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes; in der Qualifikationsphase Unterricht

in vier Fächern des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes,

im gesellschaftswissenschaftlichen Profil in der Einführungsphase neben dem Profil

4.

gebenden Fach durchgängig Unterricht in einem weiteren der Fächer Kunst, Musik,

Darstellendes Spiel; abweichend von Absatz 2 Nr. 3 im dritten und vierten Schulhalbjahr

der Qualifikationsphase Unterricht nur in einem der Fächer Wirtschaft/Politik, Geografie,

Religion oder Philosophie;

im ästhetischen Profil in der Einführungs- und Qualifikationsphase neben dem Profil

5.

Qualifikationsphase fünfstündigen Unterricht im Fach Sport, wobei der Unterricht

verbindliche Anteile in Sporttheorie umfasst; in der Qualifikationsphase zusätzlich

Unterricht in einem weiteren Fach.

(4) Alle Schülerinnen und Schüler nehmen im Rahmen des Unterrichts im Fach

Wirtschaft/Politik an einem Wirtschaftspraktikum teil.

(5) Soll Sport im Abitur als viertes Prüfungsfach gewählt werden, erhalten die Schülerinnen und

Schüler in der Einführungsphase eine Stunde und in den beiden Schuljahren der

Qualifikationsphase je zwei Stunden zusätzlichen Unterricht in Sporttheorie.

(6) Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe I nicht in einer zweiten Fremdsprache

mindestens seit Jahrgangsstufe 8 und im neunjährigen Bildungsgang mindestens seit

Jahrgangsstufe 9 unterrichtet worden sind, erhalten in der Einführungs- und Qualifikationsphase

vierstündigen Unterricht in einer neuen Fremdsprache. Dabei darf kein Schulhalbjahr mit 0

Punkten abschließen.

(7) Wird eine fortgeführte Fremdsprache in Verbindung mit einem anderen Sachfach bilingual

Fächer verbindend unterrichtet, bleibt die Wochenstundenzahl und Benotung beider Fächer

davon unberührt

(8) Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler erhalten im Rahmen der Förderung

ihrer Fähigkeiten die Gelegenheit, nach den Möglichkeiten der Schule auch an einem

Frühstudiengang einer Hochschule gemäß § 38 Abs. 5 Hochschulgesetz teilzunehmen.

im sportlichen Profil in der Einführungsphase vierstündigen und in der

§ 7

Leistungsbewertung, Versäumnis

(1) Jede Schülerin oder jeder Schüler erhält in der Oberstufe nach jedem Schulhalbjahr ein

Zeugnis, in dem die im Unterricht erbrachten Leistungen bewertet und erreichte Abschlüsse

beurkundet werden. Am Ende der Einführungsphase wird eine Ganzjahresnote erteilt.

(2) Die Bewertungen werden in Ziffern sowohl der sechsstufigen als auch der sechzehnstufigen

Notenskala angegeben. Es werden je nach Notentendenz vergeben bei der

Note ,,sehr gut“ (1) 15, 14 oder 13 Punkte,

Note ,,gut“ (2) 12, 11 oder 10 Punkte,

Note ,,befriedigend“ (3) 9, 8 oder 7 Punkte,

Note ,,ausreichend“ (4) 6, 5 oder 4 Punkte,

Note ,,mangelhaft“ (5) 3, 2 oder 1 Punkt,

Note ,,ungenügend“ (6) 0 Punkte.

(3) Zu jedem Zeugnistermin beurteilt die Klassenkonferenz die fachlichen Leistungen einer

Schülerin oder eines Schülers. Sie erfasst in ihrem Urteil die Sach-, Methoden-, Sozial- und

Selbstkompetenz. Dazu gehören die Leistungen in den Unterrichtsbeiträgen, die Leistungen in

den Klassenarbeiten und die gleichwertigen sonstigen Feststellungen von Schülerleistungen

gemäß Absatz 4 und 5, wobei die Unterrichtsbeiträge den Ausschlag geben. Die Lehrkräfte sind

verpflichtet, die Schülerinnen und Schüler über Bewertung der Unterrichtsbeiträge und deren

Kriterien zu informieren und ihnen rechtzeitig eine Verbesserung bis zum Abschluss des

Schulhalbjahres zu ermöglichen.

(4) Zahl und Umfang der Klassenarbeiten und der diesen gleichwertigen Leistungen werden

durch das für Bildung zuständige Ministerium festgelegt. Gleichwertige Leistungen können sein:

1.

schriftliche Hausarbeiten;

2.

Projekte, darunter auch experimentelle Arbeiten im naturwissenschaftlichen Bereich;

3.

Referate oder

4.

(5) Schülerinnen und Schüler können eine besondere individuelle Lernleistung, die im Rahmen

oder Umfang von zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren erbracht wird, in das Abitur

einbringen. ,,Besondere Lernleistungen“ können sein:

andere Präsentationen.

1.

eine Jahres- oder Seminararbeit,

2.

Praktikums,

die Ergebnisse eines umfassenden, auch fachübergreifenden Projektes oder

3.

Bereichen, die schulischen Referenzfächern zugeordnet werden können. Eine solche

,,besondere Lernleistung“ ist schriftlich zu dokumentieren, ihre Ergebnisse stellt die

Schülerin oder der Schüler in einem Kolloquium dar, erläutert sie und antwortet auf

Fragen.

(6) Wer der Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme am Unterricht in der gymnasialen

Oberstufe nicht nachkommt, hat unverzüglich über die Gründe einen Nachweis zu führen.

Nimmt die Schülerin oder der Schüler nicht am Unterricht teil und beruft sie oder er sich für das

Fehlen auf gesundheitliche Gründe, findet § 4 Abs. 1 Satz 4 und 5 der Landesverordnung über

die schulärztlichen Aufgaben vom 16. Juli 2008 (NBl. MBF. Schl.-H. S. 267) entsprechende

Anwendung. Will sie oder er aus anderen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen, hat sie oder

er einen Antrag auf Beurlaubung (§ 15 SchulG) zu stellen. Entzieht sich eine Schülerin oder ein

Schüler vorsätzlich der Leistungsfeststellung in einem Fach, kann die Leistung in diesem Fach

mit 0 Punkten bewertet werden, wenn die Schülerin oder der Schüler sowie bei Minderjährigen

deren oder dessen Eltern auf diese Möglichkeit aus konkretem Anlass oder zu Beginn eines

Schuljahres hingewiesen worden sind. Dieser Hinweis ist zu dokumentieren.

(7) Halbjahresleistungen in Fächern, die mit 0 Punkten bewertet wurden, gelten als nicht

erbracht. Wenn es sich dabei um eine in die Gesamtqualifikation zum Abitur

einbringungspflichtige Leistung handelt, müssen Schülerinnen und Schüler um eine

Jahrgangsstufe zurücktreten.

ein umfassender Beitrag aus einem von den Ländern geförderten Wettbewerb in

Abschnitt II

Abiturprüfung

§ 8

Abiturprüfungsfächer

(1) Die Abiturprüfung besteht aus vier oder fünf Prüfungen in unterschiedlichen Fächern. Es

werden drei Prüfungen schriftlich auf erhöhtem Anforderungsniveau abgelegt. Die vierte

Prüfung kann wahlweise als mündliche Prüfung oder als Präsentationsprüfung abgelegt werden.

Die Schülerin oder der Schüler kann wählen, ob sie oder er zusätzlich eine fünfte Prüfung

ablegt. Die fünfte Prüfung kann wahlweise als mündliche Prüfung in einem weiteren Fach auf

grundlegendem Niveau oder als ,,besondere Lernleistung“ erfolgen. Kernfächer können nur

erstes oder zweites Prüfungsfach sein. Abiturprüfungsfächer können alle Fächer sein, für die

Abiturprüfungsanforderungen in Schleswig-Holstein bestehen.

(2) Zu Beginn des dritten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase teilt die Schülerin oder der

Schüler der Schule mit, in welchen Fächern die Abiturprüfung abgelegt werden soll. Sie oder er

entscheidet über die Form der vierten Prüfung und darüber, ob und in welcher Form eine

zusätzliche fünfte Prüfung abgelegt wird. Die Schülerin oder der Schüler berücksichtigt bei der

Wahl folgende verbindliche Vorgaben:

1.

(Deutsch, Fremdsprache oder Mathematik).

Erstes und zweites schriftliches Abiturprüfungsfach sind zwei der drei Kernfächer

2.

Drittes schriftliches Abiturprüfungsfach ist das Profil gebende Fach.

3.

Aus jedem Aufgabenfeld ist mindestens ein Fach als Abiturprüfungsfach zu wählen.

4.

Qualifikationsphase unterrichtet.

Die ausgewählten Fächer wurden durchgängig in der Einführungs- und

5.

und in allen anderen Profilen viertes Prüfungsfach sein.

Sport (einschließlich Sporttheorie) kann als Profil gebendes Fach drittes Prüfungsfach

§ 9

Abiturprüfungskommission

(1) Für die Durchführung der Abiturprüfung wird an der Schule eine Abiturprüfungskommission

gebildet. Den Vorsitz hat die Schulleiterin oder der Schulleiter. Sie oder er beruft vier Lehrkräfte

der Schule, darunter die Oberstufenleiterin oder den Oberstufenleiter, als weitere Mitglieder. Sie

oder er bestellt ein Mitglied zur Schriftführerin oder zum Schriftführer. Die Mitglieder müssen die

Befähigung für die Laufbahn der Studienrätinnen oder Studienräte an Gymnasien haben.

(2) Den Vorsitz in der Abiturprüfungskommission kann eine Vertreterin oder ein Vertreter der

Schulaufsichtsbehörde übernehmen. Insoweit gehört sie oder er der Abiturprüfungskommission

zusätzlich an.

(3) Die Abiturprüfungskommission ist beschlussfähig, wenn mindestens drei Mitglieder

anwesend sind. Im Verhinderungsfall kann die oder der Vorsitzende Ersatzmitglieder bestellen.

Bei Abstimmungen besteht die Pflicht zur Stimmabgabe. Entscheidungen werden mit Mehrheit

getroffen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme der oder des Vorsitzenden den Ausschlag.

Hinsichtlich des Ausschlusses von Personen bei der Beratung und Beschlussfassung gilt § 81

des Landesverwaltungsgesetzes.

(4) Die Abiturprüfungskommission entscheidet über die zur Durchführung der Prüfung

erforderlichen Maßnahmen.

(5) Gegen die Entscheidungen der Abiturprüfungskommission kann die oder der Vorsitzende

Einspruch erheben. Der Einspruch hat aufschiebende Wirkung. Über den Einspruch entscheidet

die Schulaufsichtsbehörde.

§ 10

Prüfungstermine, Meldung zur Abiturprüfung

und Rücktritt

(1) Am Ende des dritten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase melden sich die Schülerinnen

und Schüler schriftlich zur Abiturprüfung. Den Termin zur Meldung legt die

Abiturprüfungskommission fest. Die Schülerinnen und Schüler haben die Zeugnisse aus der

Qualifikationsphase vorzulegen und nachzuweisen, dass sie die Bedingungen für die Zulassung

zur schriftlichen Prüfung erfüllen.

(2) Die Prüfungskommission beschließt die Zulassung, wenn die Schülerin oder der Schüler die

für den Block I der Gesamtqualifikation in § 20 festgesetzten Bedingungen erfüllt.

(3) Eine Schülerin oder ein Schüler, die oder der sich nicht zur Abiturprüfung meldet oder nach

Absatz 1 Satz 3 nicht an der Abiturprüfung teilnehmen kann, tritt um eine Jahrgangsstufe

zurück, soweit sie oder er nicht wegen Überschreitung der im § 18 Abs. 4 SchulG bezeichneten

Schulbesuchszeiten aus der Schule zu entlassen ist. Die Abiturprüfungskommission teilt die

Entscheidung der Schülerin oder dem Schüler und gegebenenfalls ihren oder seinen Eltern

schriftlich mit ( § 31 SchulG).

(4) Die Abiturprüfung findet im vierten Schulhalbjahr der Qualifikationsphase statt. Die

Schulaufsichtsbehörde teilt der Schule einen Zeitplan für die zentralen und dezentralen

Prüfungen mit. Innerhalb des Zeitplanes legt die oder der Vorsitzende der

Abiturprüfungskommission die Prüfungstage und Prüfungsgruppen fest und gibt sie in der

Schule bekannt.

(5) Die Termine für schriftliche Prüfungen sind so zu legen, dass die einzelne Schülerin oder der

einzelne Schüler nicht an mehr als zwei auf einander folgenden Tagen die Prüfungsarbeiten zu

schreiben hat.

(6) Hat sich die Schülerin oder der Schüler für die Ablegung einer fünften Prüfung in Form einer

,,besonderen Lernleistung“ entschieden, wird ein in dieser abzuhaltendes Kolloquium so

durchgeführt, dass die Note mit den Ergebnissen der mündlichen Prüfungen oder der

Präsentationsprüfungen bekannt gegeben werden kann.

(7) Alle Prüfungen eines Prüflings in der Form einer mündlichen Prüfung oder einer

Präsentationsprüfung sollen am selben Tag stattfinden. Prüflinge mit mehr als zwei Prüfungen

entscheiden, ob sie an einem oder an zwei aufeinander folgenden Tagen geprüft werden

wollen.

Unterabschnitt 1:

Schriftliche Abiturprüfung

§ 11

Verfahren

(1) Die Schulaufsichtsbehörde stellt die Aufgaben für die schriftliche Prüfung in den Kernfächern

zentral. In den anderen Fächern stellt die Fachlehrkraft des dritten Schulhalbjahres der

Qualifikationsphase die Aufgaben und legt sie der Schulaufsichtsbehörde zur Genehmigung vor.

Hat die Schulaufsichtsbehörde gegen die vorgeschlagenen Aufgaben Bedenken, fordert sie die

Abiturprüfungskommission unter Darlegung der Gründe auf, neue Aufgaben einzureichen. Die

Aufgaben müssen so gestellt sein, dass ihre Lösungen auf der Grundlage sicherer Kenntnisse

vor allem die Fähigkeit zu selbstständiger geistiger Arbeit erfordern. Unbeschadet einer

Schwerpunktbildung dürfen nicht alle Aufgabenvorschläge den Sachgebieten des dritten und

vierten Schulhalbjahres entnommen sein. Die Aufgabenvorschläge dürfen keine inhaltliche

Wiederholung von schriftlichen Leistungsnachweisen der Qualifikationsphase darstellen. Die

fachlichen Anforderungen richten sich nach den Fachanforderungen der jeweiligen Fächer und

den Lehrplänen für die gymnasiale Oberstufe. Schülerinnen und Schülern mit

sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit einer Behinderung ist Nachteilsausgleich zu

gewähren.

(2) Ist Kunst oder Musik schriftliches Prüfungsfach, kann mit Genehmigung der

Schulaufsichtsbehörde an die Stelle der schriftlichen Abiturprüfung eine besondere Fachprüfung

treten, die einen kunstpraktischen oder musikpraktischen und einen schriftlichen Teil enthält. Ist

Sport als Profil gebendes Fach schriftliches Prüfungsfach, tritt an die Stelle der schriftlichen

Abiturprüfung eine besondere Fachprüfung, die einen fachpraktischen und einen schriftlichen

Teil enthält.

(3) Vor Beginn der schriftlichen Abiturprüfung werden die Prüflinge auf die Verfahren bei

besonderen Vorkommnissen gemäß § 21 hingewiesen.

(4) Die Aufgaben dürfen den Prüflingen erst bei Beginn der betreffenden Arbeit bekannt

gegeben werden. Jede vorzeitige Bekanntgabe einer Prüfungsaufgabe oder ein Hinweis darauf

führt zur Ungültigkeit dieses Prüfungsteils.

(5) Die Prüfungsaufgaben werden jedem Prüfling schriftlich vorgelegt. Er bearbeitet die

Aufgaben unter ständiger Aufsicht.

(6) Die Prüfungszeit beträgt in den Kernfächern und dem Profil gebenden Fach fünf

Zeitstunden. Mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde dürfen diese Zeiten um höchstens

eine Zeitstunde verlängert werden, wenn es zur Durchführung von Schülerexperimenten oder

für gestalterische Aufgaben erforderlich ist.

(7) Die Arbeitszeit beginnt mit der Aushändigung der schriftlichen Aufgabe. Können die

Prüflinge zwischen verschiedenen Aufgaben wählen, beginnt die Arbeitszeit nach einer Frist, die

20 Minuten nicht überschreiten darf. Bei Experimenten, die von Lehrkräften durchgeführt

werden, beginnt die Arbeitszeit nach Abschluss des Experiments.

(8) Die Prüflinge dürfen bei den Arbeiten nur von der Schulaufsichtsbehörde genehmigte

Hilfsmittel benutzen. Die Arbeiten werden auf Papier gefertigt, das die Schule stellt. Der Prüfling

hat die Reinschrift mit allen Entwürfen und Aufzeichnungen abzugeben.

§ 12

Bewertung

(1) Jede schriftliche Arbeit wird zunächst von der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer des

Prüfungsfaches (Erstgutachterin oder Erstgutachter) korrigiert, beurteilt und benotet. Sie oder er

muss die Befähigung für die Laufbahn der Studienrätinnen oder Studienräte an Gymnasien und

die Lehrbefähigung für das jeweilige Fach besitzen. Die zusammenfassende Beurteilung

schließt mit einer der sechs Noten nach § 7 Abs. 2, die in Worten anzugeben ist. Die

Notentendenz wird durch die einfache Punktzahl in Klammern dahinter vermerkt.

(2) Bei gehäuften Verstößen gegen grammatische und orthographische Regeln oder bei

schwerwiegenden Mängeln in der äußeren Form werden im Gesamturteil bis zu zwei Punkte

der einfachen Wertung abgezogen. In Fächern, in denen Grammatik und Orthographie bereits

in die Fachbeurteilung eingeflossen sind, führen nur noch schwerwiegende Mängel in der

äußeren Form zu einem Punktabzug.

(3) Jede Arbeit wird von einer Zweitgutachterin oder einem Zweitgutachter eigenständig

korrigiert und benotet. Zweitgutachterin oder Zweitgutachter ist eine von der Vorsitzenden oder

dem Vorsitzenden der Abiturprüfungskommission bestimmte Lehrkraft, die die Befähigung für

die Laufbahn der Studienrätinnen oder Studienräte an Gymnasien und die Lehrbefähigung für

das jeweilige Fach besitzt oder im Ausnahmefall eine andere fachkundige Lehrkraft. Die

Schulaufsichtsbehörde muss eine Lehrkraft eines anderen Gymnasiums oder einer anderen

Gemeinschaftsschule zur Zweitgutachterin oder zum Zweitgutachter bestimmen, wenn eine

ausreichend qualifizierte Lehrkraft an der eigenen Schule nicht zur Verfügung steht oder andere

wichtige Gründe es nahe legen.

(4) Bei abweichender Benotung einer Arbeit durch Erstgutachterin oder Erstgutachter und

Zweitgutachterin oder Zweitgutachter legt die Abiturprüfungskommission Note und Punktzahl

fest. Sie kann eine weitere Lehrkraft mit der Lehrbefähigung in diesem Fach zur Beratung

heranziehen. Kommt eine Mehrheit für eine bestimmte Punktzahl nicht zustande, setzt die

Vorsitzende oder der Vorsitzende der Abiturprüfungskommission unter Berücksichtigung der

genannten Punktzahlen und der vorgetragenen Argumente das Ergebnis fest.

(5) Schriftliche Prüfungsarbeiten werden der Schulaufsichtsbehörde auf Anforderung vorgelegt.

Die Schulaufsichtsbehörde kann die Benotung aufheben und eine Neufestsetzung vornehmen.

(6) Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer kann vor der Bekanntgabe der Benotung an die

Schülerinnen und Schüler in die Prüfungsarbeiten und die zugehörigen Gutachten Einsicht

nehmen.

Unterabschnitt 2:

Weitere Abiturprüfung

(vierte und fünfte Prüfung)

§ 13

Zulassung

Am Ende der Unterrichtszeit des vierten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase entscheidet

die Abiturprüfungskommission, ob die Schülerin oder der Schüler unter Einbeziehung der im

vierten Schulhalbjahr erbrachten Leistungen über die schriftlichen Prüfungen hinaus an der

weiteren Abiturprüfung teilnehmen kann. Die Prüfungskommission spricht die Zulassung zur

weiteren Abiturprüfung aus, wenn die Voraussetzungen für das Bestehen der Abiturprüfung

gemäß § 20 noch gegeben sind. Bei Schülerinnen und Schülern, die nicht zugelassen werden

können, gilt die Abiturprüfung als nicht bestanden. Eine Nichtzulassung ist der Schülerin oder

dem Schüler und gegebenenfalls den Eltern schriftlich mitzuteilen (§ 31 SchulG).

§ 14

Wahl zusätzlicher mündlicher Prüfungsfächer

(1) Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsfächer werden den Prüflingen durch die

Vorsitzende oder den Vorsitzenden der Abiturprüfungskommission oder durch ein von ihr oder

ihm beauftragtes Mitglied mindestens eine Woche, jedoch frühestens am sechsten

Unterrichtstag vor Beginn der mündlichen Prüfung oder der Präsentationsprüfung mitgeteilt. Der

Sonnabend wird nicht als Unterrichtstag gezählt. Bewegliche Ferientage bleiben für die Frist

nach Satz 1 unbeachtlich. Nach der Mitteilung haben die Prüflinge bis zur mündlichen Prüfung

unterrichtsfrei.

(2) Nach Mitteilung der Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeiten und Aushändigung der

Zeugnisse für das vierte Schulhalbjahr der Qualifikationsphase ist den Prüflingen Gelegenheit

zu geben, sich durch die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer und die Prüferin oder den

Prüfer beraten zu lassen, insbesondere über die Zuwahl mündlicher Prüfungen. Die Beratung

darf sich nicht auf spezielle Inhalte der Prüfungsaufgaben beziehen.

(3) In den schriftlich geprüften Fächern finden mündliche Prüfungen nur auf Antrag des Prüflings

statt. Der Prüfling hat den Antrag innerhalb der beiden ersten Unterrichtstage nach Mitteilung

des Ergebnisses der schriftlichen Prüfung zu stellen. Die Entscheidung des Prüflings ist

verbindlich.

§ 15

Fachausschuss

(1) Für jede mündliche Prüfung und jede Präsentationsprüfung wird ein Fachausschuss

gebildet. Jedem Fachausschuss gehören an:

1.

eine Vorsitzende oder ein Vorsitzender

2.

eine Prüferin oder ein Prüfer

3.

Die oder der Vorsitzende der Abiturprüfungskommission oder die Schulleiterin oder der

Schulleiter kann als zusätzliches Mitglied einem Fachausschuss beitreten. Die

Schulaufsichtsbehörde kann auch Lehrkräfte eines anderen Gymnasiums oder einer anderen

Gemeinschaftsschule zu Mitgliedern eines Fachausschusses bestellen.

(2) Den Vorsitz in einem Fachausschuss hat die oder der Vorsitzende der

Abiturprüfungskommission oder die Schulleiterin oder der Schulleiter oder eine von dieser oder

diesem bestimmte Lehrkraft der Schule mit der Befähigung für die Laufbahn der Studienrätinnen

oder Studienräte an Gymnasien.

(3) Prüferin oder Prüfer soll die Fachlehrerin oder der Fachlehrer des vierten Schulhalbjahres

der Qualifikationsphase oder beim Kolloquium die betreuende Lehrkraft sein. Sie oder er soll die

Befähigung für die Laufbahn der Studienrätinnen oder Studienräte an Gymnasien und die

Lehrbefähigung für das jeweilige Fach besitzen. Im Falle der Verhinderung bestimmt die oder

der Vorsitzende der Abiturprüfungskommission eine andere Lehrkraft der Schule mit der

Lehrbefähigung für dieses Fach zur Prüferin oder zum Prüfer.

(4) Schriftführerin oder Schriftführer sind Lehrkräfte, die die Befähigung für die Laufbahn der

Studienrätinnen oder Studienräte an Gymnasien und die Lehrbefähigung für das jeweilige Fach

besitzen. Im Ausnahmefall können auch andere fachkundige Lehrkräfte eingesetzt werden.

Schriftführerin oder Schriftführer werden von der oder dem Vorsitzenden der

Abiturprüfungskommission aus dem Kollegium der Schule berufen.

(5) Ein Fachausschuss ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder anwesend sind. Nur die

Mitglieder des Fachausschusses sind stimmberechtigt; sie sind zur Stimmabgabe verpflichtet. §

9 Abs. 3 Satz 5 gilt entsprechend.

(6) Gegen die Entscheidungen des Fachausschusses kann dessen Vorsitzende oder

Vorsitzender Einspruch erheben. Der Einspruch hat aufschiebende Wirkung. Über den

Einspruch entscheidet die Abiturprüfungskommission.

eine Schriftführerin oder ein Schriftführer

§ 16

Mündliche Prüfung

(1) Die mündliche Prüfung wird als Einzelprüfung durchgeführt. Sie dauert in der Regel 20

Minuten. Ist Sport viertes Prüfungsfach, umfasst die Prüfung einen fachpraktischen und einen

theoretischen (mündlichen) Teil. Der fachpraktische Teil kann zeitlich vorgezogen werden.

(2) Die mündliche Prüfung besteht aus zwei Aufgaben, die dem Prüfling zur Vorbereitung

schriftlich vorgelegt werden. Die Aufgaben für die mündliche Prüfung stellt die Prüferin oder der

Prüfer im Einvernehmen mit der oder dem Vorsitzenden des Fachausschusses. Die oder der

Vorsitzende des Fachausschusses kann eine Änderung der Aufgabenstellung verlangen. Die

Aufgaben, die unterrichtlichen Voraussetzungen und die sich daraus ergebenden fachlichen

Anforderungen der Aufgaben werden den Mitgliedern des Fachausschusses drei

Unterrichtstage vor der mündlichen Prüfung ausgehändigt. Die fachlichen Anforderungen

richten sich nach den Lehrplänen für die gymnasiale Oberstufe. Die mündliche Prüfung darf

keine inhaltliche Wiederholung der schriftlichen Leistungsnachweise der Qualifikationsphase

oder der schriftlichen Prüfung sein. Sie darf sich nicht auf Sachgebiete eines Schulhalbjahres

beschränken. Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit

einer Behinderung ist Nachteilsausgleich zu gewähren.

(3) Die Prüflinge bereiten sich unter Aufsicht einer Lehrkraft vor. Zur Vorbereitung darf der

Prüfling nur das von der Schule gestellte Papier und die genehmigten Hilfsmittel benutzen. Die

Vorbereitungszeit beträgt 30 Minuten. Mit Genehmigung der Abiturprüfungskommission darf die

Vorbereitungszeit auf höchstens eine Zeitstunde verlängert werden, wenn dies für

experimentelle oder gestalterische Aufgaben notwendig ist. Bei experimentellen Aufgaben

übernimmt eine fachkundige Lehrkraft die Aufsicht und achtet auf die Einhaltung der

Sicherheitsbestimmungen.

(4) Der Prüfling behandelt die ihm gestellten Aufgaben in selbst gewählter Reihenfolge zunächst

in freiem Vortrag, bei dem er seine während der Vorbereitungszeit angefertigten

Aufzeichnungen benutzen kann. In einem anschließenden Prüfungsgespräch soll er

ergänzende oder weitergehende Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen.

(5) Die oder der Vorsitzende des Fachausschusses sowie im Falle des § 15 Abs. 1 Satz 3 die

oder der Vorsitzende der Abiturprüfungskommission und die Schulleiterin oder der Schulleiter

können in die Prüfung eingreifen. Sie achten darauf, dass beide Aufgaben in angemessenem

Umfang geprüft werden. Wenn der Verlauf der Prüfung es nahe legt, kann die oder der

Vorsitzende des Fachausschusses zulassen, dass sich auch andere Mitglieder am

Prüfungsgespräch beteiligen.

(6) Nach jeder mündlichen Prüfung berät der Fachausschuss über Note und Punktwert. Die

Prüferin oder der Prüfer schlägt zunächst eine Note vor, die protokolliert wird. Andere

fachkundige Lehrkräfte, die bei der mündlichen Prüfung anwesend sind, können von der oder

dem Vorsitzenden des Fachausschusses über ihre Beurteilung der mündlichen Leistung befragt

werden. Nach der Beratung gibt jedes Mitglied, beginnend mit der Prüferin oder dem Prüfer,

seine endgültige Bewertung in Note und Punktzahl an.

(7) Das Ergebnis der mündlichen Prüfung ist der nach Abs. 6 Satz 4 mit Mehrheit der Mitglieder

festgesetzte Punktwert. Kommt diese für einen bestimmten Punktwert nicht zustande, setzt die

oder der Vorsitzende des Fachausschusses unter Berücksichtigung der genannten Punktzahlen

und der vorgetragenen Argumente das Ergebnis der Prüfung fest.

(8) Im Ausnahmefall können dem Prüfling auf Vorschlag des Fachausschusses und mit

Zustimmung der oder des Vorsitzenden der Abiturprüfungskommission oder auf deren oder

dessen Vorschlag neue Aufgaben gestellt werden.

(9) Vertreterinnen oder Vertreter der Schulaufsichtsbehörde können an den allgemeinen

Beratungen, den mündlichen Prüfungen und den Beratungen in den Fachausschüssen

teilnehmen.

(10) Bei der mündlichen Abiturprüfung können bis zu je zwei Vertreterinnen und Vertreter des

Schulelternbeirats und des Schulträgers sowie bis zu zwei Schülerinnen und Schüler des

zweiten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase anwesend sein, wenn der Prüfling eine

schriftliche Einverständniserklärung gegeben hat und kein Ausschlussgrund nach § 81

Landesverwaltungsgesetz vorliegt. Mit Zustimmung der Abiturprüfungskommission oder auf

Einladung der Schulaufsichtsbehörde können Lehrkräfte anderer Schulen an der mündlichen

Prüfung teilnehmen. Die Vertreterinnen oder Vertreter des Schulelternbeirats, des Schulträgers

und die Lehrkräfte können auch in den Beratungen über die Prüfungen anwesend sein.

§ 17

Präsentationsprüfung

(1) Eine Präsentation ist ein medienunterstützter Vortrag mit anschließendem Kolloquium; auch

naturwissenschaftliche Experimente sowie musikalische oder künstlerische Darbietungen sind

mögliche Bestandteile. Die Präsentation kann eine fachübergreifende Themenstellung

umfassen, muss aber den Schwerpunkt in dem von der Schülerin oder dem Schüler gewählten

Fach haben.

(2) Die Schülerin oder der Schüler erhält die Aufgabe für die Präsentation so, dass sie oder er

vier Schulwochen Zeit zur Bearbeitung hat. Die Präsentationsprüfung wird als Einzelprüfung

durchgeführt. Spätestens 10 Tage vor dem Kolloquium muss eine schriftliche Dokumentation

über den geplanten Ablauf der Präsentation mit allen Präsentationsinhalten der Prüferin oder

dem Prüfer übergeben werden. Sie ist nicht Grundlage der Beurteilung, sondern dient der

Vorbereitung des Kolloquiums. Das Kolloquium findet vor dem Fachausschuss statt.

(3) Die Präsentationsprüfung gliedert sich in: die selbstständige Präsentation durch die

Schülerin oder den Schüler und das Kolloquium. Die selbstständige Präsentation umfasst

höchstens 10 Minuten, das Kolloquium mindestens 20 Minuten.

(4) § 16 Abs. 5 bis 7 und 9 bis 10 findet entsprechende Anwendung.

§ 18

Besondere Lernleistung

(1) Eine ,,besondere Lernleistung“ kann entweder als eine der Leistungen des Blocks I gemäß §

20 Abs. 4 oder als zusätzliche Prüfungsleistung gemäß § 20 Abs. 6 (Block II) ins Abitur

eingebracht werden. Die Arbeit an der ,,besonderen Lernleistung“ wird von einer Lehrkraft der

Schule betreut. Die Arbeit ist auf ein Jahr begrenzt. Die Schule legt den Abgabetermin fest. Der

Beginn der Arbeit sowie der Abgabetermin müssen in der schriftlichen Dokumentation vermerkt

werden. Lässt sich die ,,besondere Lernleistung“ einem Aufgabenfeld zuordnen, gilt sie gemäß

§ 8 Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 als Abiturprüfungsfach.

(2) Die schriftliche Dokumentation soll nicht weniger als 20 und nicht mehr als 30 Seiten

umfassen. Die Schülerin oder der Schüler fügt auf einem gesonderten Blatt die mit Unterschrift

versehene Versicherung bei, dass die Arbeit ohne fremde Hilfe angefertigt worden ist und keine

anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt worden sind. Der Umfang der schriftlichen

Dokumentation aus Wettbewerbsleistungen, die im Rahmen von Bundeswettbewerben erbracht

werden, wird durch Erlass geregelt.

(3) Gruppenarbeiten sind nicht zulässig; die individuelle ,,besondere Lernleistung“ kann aber

aus der gemeinsamen Beschäftigung mehrerer Schülerinnen oder Schüler mit einem Problem

oder Projekt erwachsen und in eine individuelle ,,besondere Lernleistung“ münden.

(4) Für die Bewertung der besonderen Lernleistung wird ein Bewertungsausschuss nach

Maßgabe des § 15 Abs. 1 bis 4 gebildet. Ihm gehören ferner die Vorsitzende oder der

Vorsitzende der Abiturprüfungskommission und eine weitere Fachlehrkraft als Zweitgutachterin

oder Zweitgutachter an. Darüber hinaus kann ihr die Hochschullehrkraft angehören, die die

Erbringung der besonderen Lernleistung mit betreut hat. Sie nimmt mit beratender Stimme teil.

In jedem Fall soll eine Hochschullehrkraft, die eine ,,besondere Lernleistung“ mit betreut hat,

einen Beurteilungsvorschlag formulieren, der in eine Bewertung nach Maßstäben der

Hochschule mündet. Die Bestimmungen des § 12 gelten sinngemäß. Der

Bewertungsausschuss stellt auch fest, ob die ,,besondere Lernleistung“ oder wesentliche Teile

von ihr nicht bereits anderweitig im Rahmen der Schule angerechnet worden sind.

(5) Das Kolloquium vor dem Bewertungsausschuss findet zwei bis fünf Wochen nach Abgabe

der Dokumentation statt, spätestens aber bis zur Bekanntgabe der Noten der schriftlichen

Abiturprüfung. Es dauert 30 Minuten.

(6) Die Bewertung der ,,besonderen Lernleistung“ ergibt sich aus der schriftlichen

Dokumentation und gegebenenfalls dem Produkt und der Präsentation im Kolloquium. Der

Ausschuss bezieht den Beurteilungsbeitrag der Hochschullehrkraft bei der Notenfindung ein.

Die Bewertung der schriftlichen Dokumentation wird dem Prüfling spätestens eine Woche vor

dem Kolloquium mitgeteilt Die Teilnoten werden protokolliert, die Gesamtnote wird in freier

Notenfindung ermittelt.

(7) Die Note der besonderen Lernleistung wird der Schülerin oder dem Schüler unmittelbar nach

der Beratung der Bewertungskommission im Anschluss an das Kolloquium mitgeteilt. Stellt die

Bewertungskommission fest, dass die ,,besondere Lernleistung“ nicht selbstständig angefertigt

wurde, wird gemäß § 21 Abs. 3 verfahren.

Unterabschnitt 3:

Ergebnis der Abiturprüfung

§ 19

Bestehen und Nichtbestehen

(1) Die Abiturprüfung hat bestanden, wer die Voraussetzungen des § 20 erfüllt. Vor der

Entscheidung über Bestehen oder Nichtbestehen wird der Prüfling, sofern er dies wünscht, von

der Abiturprüfungskommission angehört.

(2) Vor Abschluss der Sitzung der Abiturprüfungskommission darf den Prüflingen weder das

Gesamtergebnis noch ein Teilergebnis der mündlichen Prüfung mitgeteilt werden. Die

Beschlussfassung und Mitteilung kann jedoch vorgezogen werden, wenn sich im Verlauf der

Prüfungen herausstellt, dass ein Prüfling nicht mehr bestehen kann.

(3) Die oder der Vorsitzende der Abiturprüfungskommission teilt den Prüflingen das Ergebnis

der Abiturprüfung mit. Eine bestandene Abiturprüfung kann nicht wiederholt werden. Prüflinge,

die die Prüfung nicht bestanden haben, erhalten zusätzlich eine schriftliche Mitteilung,

gegebenenfalls auch die Eltern ( § 31 SchulG).

(4) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Abiturzeugnis nach dem Muster der Anlage 1. Die

Durchschnittsnote ist nach Anlage 2 zu bilden. In Abschnitt I des Abiturzeugnisses sind die

Bewertungen aller pflichtgemäß zu belegenden Fächer einzutragen, auf Wunsch der Schülerin

oder des Schülers die Ergebnisse weiterer unterrichteten Fächer außerhalb der

Unterrichtspflicht. Die Bewertungen von Fächern, die nicht in die Gesamtqualifikation eingehen,

sind in Klammern zu setzen. Falls Lateinkenntnisse oder Griechischkenntnisse erworben

wurden, ist das im Abiturzeugnis zu vermerken. Die Bedingungen für die Zuerkennung dieses

Vermerks richten sich nach den Lehrplänen für die Fächer Latein und Griechisch.

(5) Schülerinnen und Schüler, die nach nicht bestandener Abiturprüfung die Schule verlassen,

erhalten ein Abgangszeugnis nach dem Muster der Anlage 3. Eine Schülerin oder ein Schüler,

die oder der nach erstmals nicht bestandener Abiturprüfung die Schule weiter besuchen will, tritt

um eine Jahrgangsstufe zurück. Die nicht bestandene Abiturprüfung kann einmal wiederholt

werden. Die erneute Meldung zur Abiturprüfung muss zwei Schulhalbjahre nach der Meldung

zur Abiturprüfung, die nicht bestanden wurde, erfolgen. Maßgebend für den Nachweis bei der

Meldung zur Wiederholungsprüfung sind die Leistungen des wiederholten dritten und vierten

Schulhalbjahres.

§ 20

Ermittlung der Gesamtqualifikation

(1) Die Gesamtqualifikation ergibt sich aus der Addition der Punktsummen

1.

bestimmter Halbjahresleistungen in den Fächern (Block I) und

2.

(2) In Block I gehen 36 in den vier Schulhalbjahren erzielte Einzelergebnisse aus der

Qualifikationsphase ein. Eines dieser Einzelergebnisse kann eine ,,besondere Lernleistung“

sein (§ 18 Abs. 1). Die Einzelergebnisse werden nach der Formel in Anlage 4 in Punkte

umgerechnet. Insgesamt müssen mindestens 200 Punkte und dabei 29-mal mindestens jeweils

fünf Punkte in einfacher Wertung erreicht worden sein. Keine der Leistungen darf 0 Punkte

betragen.

(3) In Block I einzubringen sind mindestens die Ergebnisse der Qualifikationsphase aus vier

Schulhalbjahren

der Abiturprüfung (Block II).

1.

in den Abiturprüfungsfächern

2.

darüber hinaus ist sicherzustellen, dass darunter sich befinden

in dem Kernfach, das nicht als Abiturprüfungsfach gewählt ist;

1.

vier Ergebnisse aus Naturwissenschaften

2.

vier Ergebnisse aus den Profil ergänzenden Fächern

3.

Spiel)

ein Ergebnis aus dem ästhetischen Bereich (Kunst oder Musik oder Darstellendes

4.

Ergebnisse dieser Fremdsprache aus dem dritten und vierten Schulhalbjahr der

Qualifikationsphase

im Fall einer neu begonnenen zweiten Fremdsprache gemäß § 6 Abs. 6 zwei

5.

zwei Ergebnisse Geschichte

6.

zwei Ergebnisse aus der Fächergruppe Geografie und Wirtschaft/Politik

7.

(4) Um auf die Gesamtzahl von 36 Ergebnissen in Block I zu kommen, kann sich die Schülerin

oder der Schüler weitere Leistungen aus dem ersten bis vierten Schulhalbjahr der

Qualifikationsphase frei auswählen. Darunter können maximal drei Ergebnisse aus dem Fach

Sport einfließen.

(5) Die Schülerinnen und Schüler teilen am Ende des vierten Schulhalbjahres der

Qualifikationsphase schriftlich mit, welche Halbjahresleistungen in Block I der

Gesamtqualifikation eingehen sollen.

(6) In Block II gehen die Leistungen der einzelnen Prüfungen gemäß § 8 gleich gewichtet ein.

Dies gilt nicht für eine ,,besondere Lernleistung“, wenn diese als Einzelergebnis gemäß Absatz

2 in Block I eingeht. Die Leistungen werden nach der Formel in Anlage 4 in Punkte

umgerechnet. Insgesamt müssen mindestens 100 Punkte erreicht werden. Dabei müssen im

Fall von vier Prüfungen in mindestens zwei Prüfungen jeweils mindestens fünf Punkte in

einfacher Wertung erzielt werden. Im Fall von fünf Prüfungen müssen in mindestens drei

Prüfungen jeweils mindestens fünf Punkte in einfacher Wertung erzielt werden. Wird eine

Schülerin oder ein Schüler in einem Fach schriftlich und mündlich geprüft, werden bei der

Festlegung der Prüfungsleistung die Punktzahl der schriftlichen Leistung und die Punktzahl der

mündlichen Leistung gemäß der Anlage 2.1 im Verhältnis zwei zu eins berücksichtigt.

(7) Ein Punktausgleich zwischen den zwei Blöcken erfolgt nicht. Ein Ergebnis kann nur einmal

eingebracht werden. Wenn eine der vorgeschriebenen Mindestpunktzahlen nicht erreicht ist, ist

die Prüfung auch dann nicht bestanden, wenn keine mangelhaften Einzelleistungen vorliegen.

(8) Im Block I können maximal 600 Punkte erreicht werden, im Block II 300. Aus den in Block I

und II erreichten addierten Punktzahlen wird die Abiturdurchschnittsnote nach der

Umrechnungstabelle in Anlage 2 errechnet. Die Berechnung der Punktzahl in Block I und II

erfolgt nach den Berechnungsformeln in Anlage 4.

zwei Ergebnisse Religion oder Philosophie.

Unterabschnitt 4:

Gemeinsame Bestimmungen

§ 21

Besondere Vorkommnisse

(1) Erkrankt ein Prüfling unmittelbar vor oder während der Abiturprüfung, kann er auf Beschluss

der Abiturprüfungskommission bei unverzüglicher Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung die

gesamte Prüfung oder den noch fehlenden Teil nachholen. Falls sich ein Prüfling wegen

Krankheit unfähig zur Prüfung fühlt, kann er dies noch vor jedem Prüfungsteil, jedoch nicht mehr

nach Bekanntgabe der zu bearbeitenden Aufgaben geltend machen. Eine ärztliche

Bescheinigung ist unverzüglich vorzulegen. Die oder der Vorsitzende der

Abiturprüfungskommission kann in Zweifelsfällen vom Prüfling die Vorlage eines amtsärztlichen

Zeugnisses fordern.

(2) Die Abiturprüfung gilt als nicht bestanden, wenn ein Prüfling

1.

hat;

nach Beginn der schriftlichen Prüfung aus Gründen zurücktritt, die er selbst zu vertreten

2.

hat, versäumt;

Teile der schriftlichen oder mündlichen Prüfung aus Gründen, die er selbst zu vertreten

3.

die Aufgaben unbearbeitet zurückgibt;

4.

(3) Die Abiturprüfungskommission kann für eine Schülerin oder einen Schüler, die oder der

täuscht, zu täuschen versucht oder bei einem Täuschungsversuch hilft, eine Wiederholung des

betreffenden Prüfungsteils anordnen oder sie oder ihn von der weiteren Teilnahme an der

Prüfung ausschließen. Der Prüfling setzt die Prüfung bis zur Entscheidung der

Abiturprüfungskommission fort.

(4) Behindert ein Prüfling durch sein Verhalten die Prüfung so schwerwiegend, dass es nicht

möglich ist, seine Prüfung oder die anderer Prüflinge ordnungsgemäß durchzuführen, kann er

durch die Abiturprüfungskommission von der weiteren Teilnahme an der Prüfung

ausgeschlossen werden.

von der Prüfung nach Absatz 3 oder 4 ausgeschlossen wird.

§ 22

Niederschriften

(1) Über die Sitzungen der Abiturprüfungskommission und der Fachausschüsse einschließlich

der fachpraktischen Prüfung im Fach Sport sowie über den Verlauf der schriftlichen und

mündlichen Abiturprüfungen sind Niederschriften zu fertigen.

(2) Den Niederschriften der mündlichen Prüfungen, Präsentationen und Kolloquien vor den

Fachausschüssen muss neben dem Verlauf auch die Ermittlung des Ergebnisses nach § 16

Abs. 6 und 7 zu entnehmen sein.

(3) Die Niederschriften sind von den jeweiligen Vorsitzenden und Schriftführerinnen und

Schriftführern, bei schriftlichen Prüfungen von den Aufsicht führenden Lehrkräften zu

unterzeichnen.

§ 23

Erwerb der Fachhochschulreife (schulischer Teil)

(1) Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe können am Ende des zweiten

Schulhalbjahres der Qualifikationsphase die Fachhochschulreife (schulischer Teil) erwerben.

Wenn sie die Schule ohne Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife verlassen, wird ihnen auf

Antrag hierüber ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 5 ausgestellt. Bei einer Wiederholung

des Schuljahres gelten die Ergebnisse des ersten Durchgangs als nicht erbracht. Zum

Erreichen der Fachhochschulreife (schulischer Teil) kann die Höchstdauer des Besuchs der

Oberstufe beansprucht werden.

(2) Voraussetzung für den Erwerb der Fachhochschulreife (schulischer Teil) ist, dass die

Schülerin oder der Schüler

1.

Qualifikationsphase erhalten hat.

Unterricht in zwei zeitlich aufeinander folgenden Schulhalbjahren der

2.

fünf Punkte in einfacher Wertung.

in 17 Halbjahresleistungen mindestens 85 Punkte erzielt hat, in 11 mindestens jeweils

3.

stammen, mindestens zwei Schulhalbjahresergebnisse mit je fünf Punkten in einfacher

Wertung erreicht hat und

bei den Ergebnissen, die aus dem Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau

4.

einfacher Wertung erreicht hat.

(3) Unter den nach Absatz 2 anzurechnenden Halbjahresleistungen müssen jeweils zwei

enthalten sein aus:

in zwei Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau insgesamt mindestens 20 Punkte in

1.

Deutsch,

2.

einer fortgeführten Fremdsprache,

3.

Geschichte

4.

Wirtschaft/Politik oder Geographie,

5.

Mathematik

6.

einer Naturwissenschaft

7.

und eine Halbjahresleistung aus:

dem Profil gebenden Fach

1.

Religion oder Philosophie

2.

In einem Fach können höchstens zwei Leistungen angerechnet werden. Leistungen, die mit null

Punkten bewertet worden sind, können nicht angerechnet werden. Von themengleichem

Unterricht kann nur eine Leistung angerechnet werden.

(4) Aus der Bewertung der nach den Absätzen 2 und 3 anzurechnenden Leistungen wird nach

Anlage 6 eine Gesamtpunktzahl und nach Anlage 6.1 eine Durchschnittsnote ermittelt.

(5) Schülerinnen oder Schüler, die am Ende des zweiten Schulhalbjahres der

Qualifikationsphase die in Absatz 2 genannten Bedingungen nicht erfüllen und nicht um eine

Jahrgangsstufe zurücktreten müssen, können am Ende des dritten Schulhalbjahres die

Fachhochschulreife erwerben, wenn sie diese Bedingungen, einschließlich der

Unterrichtsverpflichtungen in den Fächern der drei Aufgabenfelder, allein mit den Leistungen

des zweiten und dritten Schulhalbjahres erfüllen. Dies gilt unter den gleichen Voraussetzungen

für Schülerinnen und Schüler am Ende des vierten Schulhalbjahres entsprechend hinsichtlich

der im dritten und vierten Schulhalbjahr erbrachten Leistungen. Statt der in Absatz 5 Satz 1 Nr.

2 genannten Fremdsprache kann auch die in der Einführungsphase neu begonnene

Fremdsprache eingebracht werden; die Leistungen müssen dann jedoch aus dem dritten und

vierten Schulhalbjahr stammen.

(6) Auch für Schülerinnen und Schüler, die nach Absatz 3 den Erwerb der Fachhochschulreife

anstreben, bleiben die Unterrichtverpflichtungen nach den §§ 6 und 7 unberührt.

(7) Für Schülerinnen und Schüler, die um eine Jahrgangsstufe zurücktreten, ohne die

Bedingungen für den Erwerb der Fachhochschulreife erfüllt zu haben, dürfen nur Fächer zur

Feststellung der Fachhochschulreife herangezogen werden, die ausschließlich in zwei

aufeinander folgenden Schulhalbjahren besucht wurden. Bei Rücktritt am Ende des ersten

Jahres der Qualifikationsphase setzt der Erwerb der Fachhochschulreife die Wiederholung des

ganzen Schuljahres voraus, bei späterem Rücktritt ist ihr Erwerb bereits nach einem

wiederholten Schulhalbjahr möglich.

(8) Die erreichte Punktzahl für den schulischen Teil der Fachhochschulreife wird nach der

Formel in Anlage 6 ermittelt. Die Gesamtpunktzahl, die sich aus der Bewertung der Ergebnisse

der Qualifikationsphase nach Absatz 2 ergibt, wird entsprechend der Anlage 6.1 in die

Durchschnittsnote N umgerechnet; mindestens 95, höchstens 285 Punkte sind zu erzielen. Eine

Punktzahl über 260 ergibt die Durchschnittsnote 1,0. Die Durchschnittsnote wird auf eine Stelle

nach dem Komma errechnet; es wird nicht gerundet.

(9) Falls Lateinkenntnisse oder Griechischkenntnisse erworben wurden, ist das im Zeugnis zu

vermerken. Die Bedingungen für die Zuerkennung dieses Vermerks richten sich nach den

Lehrplänen für die Fächer Latein und Griechisch.

dem ästhetischen Bereich (Kunst oder Musik oder Darstellendes Spiel).

§ 24

Anlagen

Die Anlagen 1 bis 6.1 sind Bestandteil dieser Verordnung.

Abschnitt III:

Übergangs- und Schlussbestimmungen

§ 25

Übergangs- und Schlussbestimmungen

(1) Diese Landesverordnung tritt am 1. August 2008 in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des 31. Juli

2013 außer Kraft.

(2) Mit Ablauf des 31. Juli 2008 treten

1.

Gesamtschulen in Schleswig-Holstein vom 21. Dezember 1998 (NBI. MBWFK. Schl.-H.

1999 S. 8), geändert durch die Verordnung vom 23. April 2002 (NBI. MBWFK. Schl.-H.

S. 311), und

die Landesverordnung über die Gestaltung der Oberstufe der Gymnasien und

2.

März 1996 (NBl. MWFK./MFBWS. S. 137), zuletzt geändert durch Verordnung vom 14.

Dezember 2005 (NBl. MBF. 2006 S. 9),

außer Kraft.

Abweichend hiervon finden die in Satz 1 genannten Verordnungen bis zum Abschluss des

Bildungsganges Anwendung für die Schülerinnen und Schüler, die sich im Schuljahr 2008/2009

in der Jahrgangsstufe 12 und 13 befinden. Treten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe

12 des Schuljahres 2008/2009 in diesem oder im nachfolgenden Schuljahr gemäß § 2 Abs. 7 in

die Jahrgangsstufe 11 oder 12 zurück, findet Satz 2 keine Anwendung.

(3) Diese Verordnung ist bis zum Ablauf des 31. Juli 2011 auch auf kooperative Gesamtschulen

mit der Maßgabe anzuwenden, dass

die Landesverordnung über die Abiturprüfung für die gymnasiale Oberstufe vom 15.

1.

die Jahrgangsstufen 11 bis 13 die gymnasiale Oberstufe bilden und

2.

gymnasialen Oberstufe berechtigt sind.

§ 4 Abs. 1 Satz 3 findet bis 31. Juli 2011 auch auf kooperative Gesamtschulen Anwendung.

Kiel, 2. Oktober 2007

Peter Harry Carstensen Ute Erdsiek-Rave

Ministerpräsident Ministerin

Schülerinnen und Schüler mit der Versetzung in die Oberstufe zum Besuch der
Gymnasien und Gemeinschaftsschulen